September 27, 2007...11:52

Werbung für einen guten Zweck

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Heute ist sie 27 Jahre alt und 1,65 Meter groß. Ihr Gewicht, das zeitweise nur noch 25 Kilogramm betragen haben soll, hat sich bei 31 Kilo eingependelt.

 

 

Pünktlich zur Mailänder Fashion Week schockt die Modemarke “Nolita” mit dem Foto einer nackten, magersüchtigen Frau. Der Kreativkopf hinter dieser Werbung ist niemand geringerer als Star-Fotograf Oliviero Toscani. Der 65-Jährige hat sich bereits mit umstrittenen Werbefotos für Benetton weltweit einen Namen gemacht hat. Jetzt schockt er die Öffentlichkeit mit seinem “No Anorexia“-Werbefoto für “Nolita”.

Toscani selbst vergleicht die Ausdruckskraft dieser Fotos mit dem Gemälde “Der Schrei” von Edvard Munch. Wie so oft will er damit aber auch ein klares Statement abgegeben: Die Werbung soll eine Kampagne gegen Magersucht sein. Während in Mailand also Models mit Größe Zero über den Catwalk laufen, hängt in der Stadt das Bild der magersüchtigen Schauspielerin Isabelle Caro. Isabelle meint dazu: “Ich weiß, dass mein Körper abstößt. Aber die physischen und psychischen Leiden, die ich durchgestanden habe, geben nur einen Sinn, wenn sie denen helfen, die in die Falle geraten sind, aus der ich mich zu befreien versuche.”

Auch Star-Designer Giorgio Armani sowie die italienische Gesundheitsministerin Livia Turco befürworten die Kampagne, für das Unternehmen “Flash&Partners” mehr als fünf Millionen Euro auf den Tisch legte.
Kritische Stimmen bezweifeln den Erfolg und die edlen Absichten der Kampagne. “Hier geht es um Werbung auf dem Rücken der Kranken”, meint die Professorin Emilia Costa, die in Rom das Zentrum für Ernährungs-Störungen leitet. Andere befürchten sogar einen Nachahmungseffekt. “Was sagt sich ein magersüchtiges Mädchen angesichts solcher Bilder?”, fragt etwa Fabiola De Clercq, die Präsidentin der gemeinnützigen Vereinigung Aba, die sich um solche Krankheiten kümmert. Dann gibt sie die Antwort: “Bei ihr (dem Mädchen auf dem Foto) sieht man zwölf Rippen, bei mir nur vier – also esse ich morgen noch weniger.”

Ob die Skandal-Werbung tatsächlich hilft, diese Sucht in den Griff zu bekommen bleibt fraglich. Was jetzt schon gelungen ist: Jeder spricht über die relativ unbekannte Modemarke und erinnert sich gleichzeitig wieder an Oliviero Toscani.

(Anne Graefer – 09/07)- Quelle Glmaour.de

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