Wenn Marc Jacobs seine Kollektion zeigt, ist alles immer ein bisschen anders als bei anderen Designern in New York. Ein bisschen spektakulärer, aufregender, cooler. Der Laufsteg: eine Bühne. Statt Musik aus dem Lautsprecher: Live-Sound von Sonic Youth, einer der angesagtesten Post-Punk-Bands.
Zu den Klängen von ‘Jams run free’ schritt Irina Kulikova, das In-Model des Moments, in einem kamelhaarfarbenen Mantel in Sanduhr-Silhouette über den Runway. Es folgten Looks, die allesamt auf den ersten Blick nicht gegensätzlicher zur punkigen Begleitmusik hätten sein können: Röcke und Mäntel aus zart fließenden Materialien von Kaschmir bis Jersey, weite Samthosen und schlichte Blusen – allesamt in gedämpften Pastell- und Graunuancen gehalten.
Doch auf den zweiten Blick nahm man kontrastierende, spannende Details wahr: zum Beispiel Stirnbänder, auf Hochwasser geschnittene Hosen und kastenförmige Jacketts, die allesamt Achtziger-Jahre-Flair ausstrahlten. Oder Glitzer-Outfits, die an die Disco-Hoch-Zeiten der Siebziger erinnerten. Oder extravagante Accessoires wie Schlagringe mit Perlenverzierung.
Wo denn nun der rote Faden in seiner Kollektion ist? Zu seiner Inspirationsquelle befragt, antwortete Marc Jacobs nur: “Ich war in dieser Saison eigentlich nicht von etwas Besonderem inspiriert. Ich habe nur mein Leben gelebt.” Ein Leben, das so kontrastreich ist wie Sonic Youth und Pastellfarben.

